Von unsichtbaren Mächten

Die Bedeutung des Eigentümersystems für Organisationskultur und die Gestaltung von OE-Prozessen

Ein inhabergeführtes Unternehmen funktioniert nach anderen Prinzipien als ein börsennotiertes mit einer teils unspezifierbaren und nicht fassbaren Menge an (Mit-)Eigentümern. Ein gemeinnütziger Verein funktioniert nach anderen Mechanismen als eine staatliche Organisation oder eine Genossenschaft. Dabei wird die Organisationskultur, neben anderen Faktoren, maßgeblich auch durch die Eigentümerstruktur geprägt.

«In Familienunternehmen sind aus unserer Erfahrung häufig die hinter dem Unternehmen liegenden Familiensysteme prägender als die Branche und entsprechend im Rahmen von Organisationsentwicklung besonders in den Blick zu nehmen.»

 

Das Eigentümersystem wirkt auf die impliziten Annahmen und die Glaubenssätze der Organisation und prägt sie maßgeblich. Relevant beim Blick auf die Eigentümerstrukturen sind die Anzahl und Art der Gesellschafter*innen oder Mitglieder in Vereinen und deren Einflussnahme auf Entscheidungen, Strategie und operatives Geschäft der Organisation. Je bedeutsamer Entwicklungen in der Organisation sind, desto mehr wird die Eigentümerstruktur einen Einfluss auf die Entwicklungen nehmen und entsprechend ihre Macht nutzen, um Entscheidungen herbeizuführen oder zu beeinflussen, beispielsweise wenn die Wertentwicklungserwartung (Profit, Wirkung u. a. m.) hinter der eigenen Vorstellung zurückbleibt oder wenn das eigene Risiko und die eigene Haftung berührt werden. Da Macht häufig nicht nur in den offiziell sichtbaren Strukturen und Gremien sondern auch implizit wirkt, ist sie gleichermaßen für viele nicht erkennbar und entsprechend häufig nicht thematisiert. Dies gilt genauso für die ausgeübte Macht von Eigentümerstrukturen, umso mehr, wenn die Eigentümerstruktur im Alltag des Unternehmens nicht oder nur unregelmäßig präsent ist. Unabhängig ob in einer externen oder internen Rolle, können sich Akteure schwertun oder sogar scheitern – als Führungskräfte, Beratende und Mitarbeitende – wenn sie diesen Bedingungen und Machtfaktoren, die aus der Eigentümerstruktur erwachsen, zu wenig Aufmerksamkeit zollen. Je umfassender und bedeutsamer Organisationsentwicklung für die Organisation ist, desto bedeutsamer werden diese Wirkmechanismen.

 

Zum gesamten Artikel…

Weiterlesen?

Für alle, die das Morgen schon heute denken.

* Testen Sie uns jetzt 4 Wochen kostenlos und unverbindlich –
mit Zugriff auf diesen und viele weitere Artikel und Ausgaben.


Sie sind Abonnent, aber haben noch keinen kein Login? Hier registrieren mit Ihrem Abocode und vollen Zugriff auf diesen und viele weitere Artikel erhalten.


Aus Ausgabe Nr. 3/21: Wandelmut – Couragiertes Handeln im Change

Wir alle kennen Momente, in denen wir an der Schwelle stehen. Augenblicke, in denen wir uns mit Bedenken und unseren Ängsten konfrontiert fühlen, gleichzeitig aber auch den Drang haben, uns diesen zu widersetzen und über uns hinaus zu wachsen. Kurz gesagt: Mutig zu sein.

Doch was heißt das überhaupt? Mut wird meist etwas Positives und Aktivierendes zugewiesen. Etwas Heldenhaftes. Ist das wirklich so? Im Schwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigten wir uns mit dem vielschichtigen Thema Mut aus ganz verschiedenen Perspektiven.

 

Jetzt zum Newsletter anmelden!

  • Tipps & Trends
  • Jeden Freitag
  • Insights & Impulse
Jetzt anmelden!