Familienunternehmen: Ganz normal, nur anders

Eine systemtheoretische Diskussion von Familie als besondere Umwelt

Familienunternehmen sind wesentlich von dem Verhältnis zwischen der Familie und dem Unternehmen geprägt. Der Beitrag entwirft anhand der Meta-Struktur-Matrix eine neue, systemtheoretische Perspektive auf dieses Verhältnis, indem die Familie als Teil der Umwelt des Unternehmens angesehen wird. Auf diese Weise können Vergleiche zu anderen Organisationen mit besonderen Umwelten gezogen, Konflikte konstruktiver bearbeitet und dem Konzept von Grenzrollen in Familienunternehmen mehr Raum gegeben werden.

«Die Organisation schenkt allem, was in der Familie vor sich geht, besondere Beachtung.»

 

«Willkommen bei der Klar-Familie», heißt es im Prospekt eines mittelständischen Fenster- und Türenherstellers aus dem Harz (der in Wirklichkeit anders heißt) – einem Familienunternehmen, das sich «aus Tradition modern» gibt, in vierter Generation geführt wird und sich vor allem auf Glas sowie Sicherheitsschlösser in allen Varianten spezialisiert hat. Man merkt hier nicht nur beim Blick in den Prospekt und die Werbemittel, dass man es mit einem Familienunternehmen zu tun hat. Das Geschäft ist inhabergeführt, und der Name an der Tür der Geschäftsführung der gleiche wie auf jedem Produkt und Merchandise-Artikel. Die Lobby im Hauptgebäude ist geprägt von historischen Momenten: Sepia-Aufnahmen von ersten Projekten im späten 19. Jahrhundert, alte Familienbilder, dann Farbaufnahmen der ersten größeren Aufträge der Nachkriegszeit.
Der Blickfang wird auf einem Sockel präsentiert: Eines der Fenster mit dem patentierten Sicherheitsverschluss, der die Firma in den 70er Jahren weiter nach vorne gebracht hat. Es sind Erfolge, die in einer wohlüberlegten Kuration gezeigt werden. Jede Generation ist mit einem Erfolg vertreten, gerahmt werden diese von generationsübergreifendem, familiärem Zusammenhalt.

 

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Aus Ausgabe Nr. 3/25: Familienbande – Change in Familienunternehmen

Familienunternehmen balancieren jeden Tag unternehmerische, familiäre und persönliche Herausforderungen. In dieser Ausgabe der OrganisationsEntwicklung spüren wir diesen besonderen Unternehmen nach, um besser zu verstehen, wie sie Transformationen meistern.

Es ist erstaunlich, wie idealtypisch Familienunternehmen die Schlüsselprinzipien der Organisationsentwicklung spiegeln: Etwa das Mitdenken von kulturellen- und Machtdynamiken, die Relevanz von Eignerschaft am Wandel, aber auch die Notwendigkeit eines dialogischen, manchmal zähen Aushandelns von Zielen in unterschiedlichen Formaten. Familienunternehmen bieten eine Fülle von Lernfeldern für Organisationsentwicklung und Change Management.

 

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