Die Macht der Eigner

Familienunternehmen in der soziologischen Forschung

ZOE-Redakteur Heiko Roehl sprach mit Jens Beckert, dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung MPIfG, über die gesellschaftliche Rolle von Familienunternehmen und warum es an der Zeit ist, einige der gängigen Vorurteile gegenüber Familienunternehmen zu überdenken.

 

«Es zeigt sich eine patriarchale Führungskultur, bei der Strategieentscheidungen persönlich gesteuert werden und nicht über transparente Verfahren.»

 

ZOE: Was macht Familienunternehmen zu interessanten Forschungsgegenständen in der Soziologie?

Beckert: Zunächst einmal sind sie einfach ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft, gerade in Deutschland. Schon daher geraten Familienunternehmen in die Aufmerksamkeit. Doch es gibt auch systematische Gründe für das Interesse. Bei Familienunternehmen stoßen zwei soziale Logiken aufeinander: auf der einen Seite die Familie mit ihrer Orientierung an emotionaler Nähe, Solidarität und Gemeinschaft – auf der anderen Seite die Ökonomie mit ihrer Orientierung an Effizienz und wirtschaftlicher Rationalität. Wie diese beiden Handlungsorientierungen miteinander verschmelzen, aber auch in Konflikt zueinander geraten ist aus sozialwissenschaftlicher Perspektive ungeheuer spannend. Vielleicht noch ein weiterer Punkt: Die größten Vermögen in Deutschland gruppieren sich um Unternehmen und werden als Betriebsvermögen vererbt. In einer Zeit, in der soziale Ungleichheit eine hohe Aufmerksamkeit erlangt, werden die Mechanismen des langfristigen Erhalts dieser Vermögen interessant – und damit die Familienunternehmen.

 

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Aus Ausgabe Nr. 3/25: Familienbande – Change in Familienunternehmen

Familienunternehmen balancieren jeden Tag unternehmerische, familiäre und persönliche Herausforderungen. In dieser Ausgabe der OrganisationsEntwicklung spüren wir diesen besonderen Unternehmen nach, um besser zu verstehen, wie sie Transformationen meistern.

Es ist erstaunlich, wie idealtypisch Familienunternehmen die Schlüsselprinzipien der Organisationsentwicklung spiegeln: Etwa das Mitdenken von kulturellen- und Machtdynamiken, die Relevanz von Eignerschaft am Wandel, aber auch die Notwendigkeit eines dialogischen, manchmal zähen Aushandelns von Zielen in unterschiedlichen Formaten. Familienunternehmen bieten eine Fülle von Lernfeldern für Organisationsentwicklung und Change Management.

 

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